Geist in der Feder?

Herzlich Willkommen auf Federgeist!

Dies ist eine Sammlung von Anekdoten, Geschichten und Gedichten, zum großen Teil von uns zwei Autorinnen selbst verfasst. Deshalb bitte ich Euch, liebe Leser, auch um Nachsicht was die Regelmäßigkeit angeht mit der wir schreiben. Da dies kein “Tagebuch” – Blog ist, müssen wir auch ein wenig inspiriert sein um etwas zu schreiben, weshalb es auch mal längere Pausen geben kann.
Ich hoffe Ihr habt trotzdem viel Spaß.

Möge uns der Geist in der Feder nie abhanden kommen!!

;)

Veröffentlicht in: on September 16, 2008 at 2:04 Kommentar schreiben
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Paintballverbot

Die Regierungskoalition beweist, dass die Killerspiel-Debatte auch ganz ohne Computer geführt werden kann: Neben Action-Computerspielen wie Counterstrike soll jetzt auch Paintball verboten werden.

Die Große Koalition legte kürzlich einen Katalog mit geplanten Änderungen des Waffengesetzes, teilweise sicher motiviert durch den Amoklauf von Winnenden, vor. Darin enthalten ist unter anderem ein Verbot von Spielen wie Paintball oder Laserdrome. Die Argumentation für das Verbot dürfte Fans bestimmter Computerspiele bekannt vorkommen: Beim Paintball, wo mit Farbkugeln auf gegnerische Spieler geschossen wird, werde “das Töten simuliert“, erklärte der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Bosbach (CDU) die Verbotspläne gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung.

(taz)

*schimpf* * zeter* *rumschrei und hüpf*

Dazu fällt mir einfach nix mehr ein….

Schaffen wir doch gleich alle Spiele ab, in welchem Spiel geht es schliesslich nicht ums gewinnen und somit jemand anderen auszuschalten?

Veröffentlicht in: on Mai 8, 2009 at 1:01 Kommentar schreiben
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About love

Ich habe eine interessante Beobachtung gemacht, was die Liebe und der Umgang mit dem Menschen den man liebt angeht.
Man sagt, Liebe ist bedingungslos, aber viele Paare zerstören sich selbst durch Eifersucht und Machtkämpfe, obwohl sie sich lieben! Wie kann das sein??!

Die reine Liebe ist tatsächlich bedingungslos. Wenn jemand sich verliebt, in jemanden auf den er keinerlei Anspruch erheben kann und dies akzeptiert, also auch keine Erwiederung erwartet, dann ist die Liebe praktisch bedingungslos. Denn es existiert keine Eifersucht. Es macht dem Menschen nichts aus, wenn der- oder diejenige einen Partner hat und mit dem glücklich ist. Es sind die Gefühle die sich in einer Verbindung bilden, die die Liebe zerstören können. Der Anspruch, das der andere nur einem selbst gehören mag, ist Besitztum, daraus entsteht die Eifersucht.

Leider tritt die Liebe selten in der reinen Form auf, meistens geht sie mit Bedürfnissen und Erwartungen einher; diese haben zu unseren Gesellschaftsregeln geführt und sind zu nichts weiter gut als um Schadensbegrenzung zu betreiben. Leider muss nun jeder sich in diesen Regeln bewegen, auch wenn er bedingungslos lieben kann…

Veröffentlicht in: on April 9, 2009 at 3:58 Kommentar schreiben

Magisches Forum…

Hallo!

Ich möchte Euch auf ein Forum zu Magie und Hexerei aufmerksam machen, was noch in den Startlöchern steht. Da Foren davon leben, dass sie möglichst viele Mitglieder haben die etwas beitragen, würden die Foren-Besitzer sich sicher freuen wenn viele neue Leute reinschauen.

Wenns Euch interssiert, schaut doch mal rein:  http://www.sonnenfee.net/forum/index.php

Noch ist die Runde klein und nimmt sich für jeden Einzelnen Zeit!

Veröffentlicht in: on Februar 10, 2009 at 3:47 Kommentare (2)

Oh, es ist ja umgefallen…

Eigentlich habe ich nix gegen Fahrräder in der Bahn. Ich kann verstehen, dass es sinnvoll sein kann eine längere Strecke zum Teil mit der Bahn und den rest mit Fahrrad zurückzulegen, vor allem bei so einem nassen, matschigen Wetter wie Heute. Aber manche Fahrradfahrer denken einfach nicht nach. Davon abgesehen, dass es sowieso ziemlich voll war in der Bahn, kann ich es ja nicht leiden, wenn so ein Fahrradfahrer sein Fahrrad in der Mitte abstellt und sich dann irgendwo anders hinsetzt.

Heute stieg ich also in die Bahn, und weil ich nur eine Station fahren musste, stellte ich mich in eine Ecke im Einstiegsbereich. Nach mir kam ein Fahrradfahrer mit seinem schön matschigen, nassen Fahrrad rein und stellte es in die Mitte, er bockte es auf den Fahrradständer, so dass das vordere Rad in der Luft hing und ging weiter rein in den Wagon um sich hinzusetzen. Das ganze sah schon nicht stabil aus als es da so stand, als die Bahn aber losführ, drehte sich das Rad auf seinem Ständer und wäre mit vollem Getöse und ziemlich viel spritzendem Dreck hingefallen, wenn ich es nicht grade noch so gefangen hätte.

Ich blicke also zu dem Fahrradfahrer und sage: Ich glaub das hält auf dauer nicht. Das hat ihn aber garnicht interessiert, er hat mich angeschaut, aber ich glaub, meine Wörter sind nicht mal bis zu seinen grauen Zellen vorgedrungen.
Ich bin dann schnell die nächste Station ausgestiegen und habe mich der Gefahr, heute ein zweites mal zu Duschen, auf diese Weise entzogen.

Veröffentlicht in: on at 11:44 Kommentar schreiben

Man kann sich auch kurz fassen!

Es gibt Momente, in denen ist man einfach sprachlos. Es ist Freitag Nachmittag und ich bin ganz gemütlich auf meinem Heimweg. Mein Tag war aufregend aber gut und ich fühle mich wohl. Ich setze mich also gemütlich in meine Regionalbahn und denke mir: Das ist die Gelegenheit André anzurufen. Zücke ich also mein Handy und rufe ihn an. Man muss wissen, wir waren eigentlich für Samstag verabredet, jetzt passt es aber nicht so gut und ich wollte ihn fragen ob er nicht dann am Montag lieber Brunchen gehen will.

Wir diskuttieren also ein Moment über wie und wann und wo.
Plötzlich nehme ich war, dass irgeneine Stimme neben mir lauter geworden ist. Im nächsten Moment höre ich: Man kann sich auch kurz fassen!!! . Leicht schockiert blicke ich neben mich und brauch einen Augenblick um warzunehmen um was es geht. Von der anderen Seite des  Ganges funkelt mich böse eine Blondine an: Man kann sich auch kurz fassen!! Ich versuche hier zu lesen! Ich schaue sie erstaunt an und sage: Entschuldigung, aber das hier ist ein öffentlicher Raum. und telefoniere weiter.

Ich denke mir noch kurz, dass sie vermutlich lernen muss und da André und ich uns so weit einig sind, beende ich das Gespräch. Danach schaue ich nochmal neben mich und stelle fest: SIE LIESST GEO!! Sie blöckt mich auf meinen teuer verdienten Feierabend an, weil sie GEO lesen will!

Ich entschliesse mich dazu, mich nicht aufzuregen und sage mir: Warscheinlich hatte sie einen harten Tag und hat deswegen überreagiert.
Aber ein kleines Stimmchen sagt: Vielleicht ist sie auch einfach nur eine blöde Kuh!

Veröffentlicht in: on Februar 9, 2009 at 3:07 Kommentar schreiben

Bezauberndes Hamburg

Hamburg ist dafür bekannt grau, kalt und distanziert zu sein. Dennoch habe ich gelernt dieses Hamburg zu lieben. Heute war hier wieder so ein Tag, so ein Moment, für den ich Hamburg liebe.
Nach der Arbeit war ich noch kurz in der Innenstadt, wollte mal schnell ein paar neue Shirts kaufen, also machte ich mich auf ein gedrängel in den Läden und eine nervtötende Fussgängerzone gefasst. Doch schon als ich zur Bahn ging um da hin zu fahren, stellte ich fest das heute ein tiefer, dichter Nebel Hamburg fest umschlungen hatte. Ich mag Nebel, er erinnert mich an meine Heimat.
Als ich also in der Innenstadt ankam wapnete ich mich für den Kampf, zu meinem Erstaunen war es garnicht so voll, anscheinend hatten nicht viele Leute lust bei dem Wetter shoppen zu gehen. Ich ging also gemütlich in meinen Lieblingsshop und fing an genüsslich in den “Sale” – Shirts rumzuwühlen. Ich habe ein paar echt tolle teile gefunden und hab den Laden wieder verlassen.
Ich entschloss, wo ich schon mal da war, die Fussgängerzone noch ein wenig runterzuschländern.
In der Ferne hörte man ein einsames Saxophon spielen. Ich ging gemütlich die Allee entlang und die Melodie von “Ave Maria” hallte an den Wänden wieder und erfüllte mich mit Friede und Glück. In diesem Moment war alles nicht mehr so wichtig und ich konnte mich dahingleiten lassen. In diesem Nebel verschwomm alles zu einer unwirklichen Szenerie und ich versuchte diesen Moment so lange wie möglich auszudehnen…
Langsam klang das Lied aus und wandelte sich in “Que será”, es war wunderschön…

Danke Hamburg für diese speziellen Momente!

Veröffentlicht in: on Januar 14, 2009 at 7:43 Kommentar schreiben
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Rückblick 2008

Wenn ich einen Rückblick an mein letztes Jahr, 2008, tätige, dann war es in vieler Hinsicht für mich ein Jahr des Idole-Sterbens.
Wir treffen jeden Tag neue Menschen, lernen sie erst einmal oberflächlich kennen, stellen sie auf einen Podest, auf dem wir sie dann anbeten können. Vielleicht bleiben sie ein Leben lang da oben, aber einige wenige lernen wir genauer kennen. Und mir passiert es dann, dass diese Menschen ihren Glanz verlieren. Das, was man an ihnen geschätzt oder geliebt hat, verflüchtigt sich. Zum einen bemerkt man, dass es auch nur Menschen sind, die sich den täglichen Problemen des Lebens, wie wir auch, stellen müssen. Zum anderen erblicken wir hinter ihrem Schein Nichts. Sie fallen, langsam aber sicher, von diesem Podest. Einige wenige bleiben bei dir auf Augenhöhe stehen. Bei anderen kann man nicht mehr verstehen, was an ihnen so besonders war. Denn sie haben alles verraten, woran man bei ihnen geglaubt hat. Und sie verschwinden aus unserem Blickfeld.
Auch ich habe dieses Jahr wieder einige neue Menschen kennen lernen dürfen. Einige wenige durften den Altar erklimmen. Ein paar sind gleich wieder heruntergeklettert. Andere haben sich den Platz dort oben hart erkämpft und durften bleiben.
Jetzt sind zwei Wochen ins Land gezogen und der nächste Mensch hat sich vom Podest gestoßen. Man sieht es meist nicht kommen, bis einen dann die Hässlichkeit mit voller Wucht ins Gesicht schlägt. Und ich sitze hier und kann es nicht glauben, will es nicht wahr haben, frage mich, was passiert ist, warum er oder ich so reagieren. Aber es ist Fakt. Menschen kommen und gehen. Und ich muss sie ziehen lassen, wenn ich weiter leben will.

Die kleine Gruppe, die es sich auf dem Podest bequem gemacht hat, wird früher oder später dazu verdammt sein, zu fallen. Denn wir sind alles nur Menschen und werden nie den vollen Erwartungen unseres Gegenübers entsprechen können. Und wenn sie dann fallen, kann man sie auffangen, neben sich stellen. Diese Menschen sind dann immer noch interessant und liebenswürdig genug, dass man bei ihnen bleibt, bei einigen sogar ein ganzes Leben. Diese Menschen nennt man dann Freunde, fürs Leben. Man spürt dieses besondere Band, das einen, auch wenn man sich Jahre nicht sieht oder tausende Kilometer entfernt ist, immer wieder zu dem anderen zieht, besondere Augenblicke erleben lässt, die wichtig sind, um das Band zu stärken.

Freundschaft ist ein starkes Wort und sicher nicht leicht zu verdienen. Sie muss gepflegt werden, damit sie stark bleibt. Menschen, die Freunde werden, gehören auf gleiche Augenhöhe. Podest oder Abgrunde, das ist kein gemeinsamer Grund, auf den man etwas aufbauen kann. Wer auf Augenhöhe steht, dem kann man in die Augen schauen, unbewusst Worte austauschen und wachsen. Und wenn wir Freunde sind, wachsen wir zusammen und steigen empor. Wohin auch immer…

Veröffentlicht in: on at 12:11 Kommentare (1)
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Liebe ist…

Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest.

Ich liebte mich selbst und ehelichte meine Heizdecke.

Jana

Veröffentlicht in: on Januar 5, 2009 at 11:12 Kommentare (3)

Wie lange wird es dauern?

Wenn ich jetzt gehen würde, wie lange würde es dauern, bis die Menschen merken, dass ich weg bin? Wie lange würde es dauern, bis sie sagen, „Sie ist gegangen!“.
Was würde ich zurücklassen? Nachbarn, die endlich einen neuen Mitbewohner bekommen, der täglich den Flur reinigt und jedes Wochenende die Fenster putzt. Ein Chef, der endlich seine Arbeitsmaschine bekommt, die von morgens bis abends arbeitet, keine Pinkelpausen einlegt und die anderen Kollegen vom arbeiten abhält, jemanden der stumpf die Anforderungen abarbeitet. Freunde können nachts endlich durchschlafen, werden nicht von hysterischen Anrufen geweckt und müssen Jugendherberge spielen, wenn der Kummer mal wieder zu groß geworden oder der Schlüssel im Nirgendwo liegen gelassen wurde.
Aber was ist mit der Person, die euch verlassen wird? Wird man die Person vermissen? Ihr ansteckendes Lachen, ihren Witz, ihre Spontanietät, die irrwitzigen Einfälle, die Begeisterung für alles und nichts, die Reden von Licht und Dunkelheit, die Träume, die Naivität, die Liebe in ihrem Herzen, ihre Großmütigkeit, ihr Wesen.
Wie lange würde es dauern?
Wie lange würde es dauern, bis ich eine neue Heimat gefunden habe? Werde ich dort nicht die gleiche sein? Eingeschüchtert, ängstlich, träumerisch, … Oder werde ich dort eine andere werden? Weil man mich mit offenen Armen empfängt, mich annimmt, mich ausquetscht, mir meinen Freiraum und meine Eigenheiten lässt?
Das Leben hier treibt mich davon. Ich halte es hier nicht mehr aus. Ich verliere das Oberwasser. Nur wie wird es da drüben sein? Da drüben, wo die Wiesen grüner und der Himmel blauer ist? Was werde ich sehen, wenn ich zurück blicke? Wird es auch da drüben sein? Mit saftigen grünen Wiesen und himmelblauem Horizont? Oder halten die Wiese und der Himmel was sie versprechen? Ein schöneres Leben voller Farbe und Schönheit? Kann ich meine Einsamkeit dort überwinden? Was wird mich erwarten?

Ich packe meine Sachen in meinen Koffer. Ich nehme mir mein Kuschelkissen, drücke es fest an mich, sehe mich um. Für dieses Leben hier habe ich nichts mehr zu geben. Meine Kraft ist am Ende, die Erwartungen sind enttäuscht, Hoffnungen verloren. Ich hinterlasse eine leere Wohnung und steige in mein Auto. Ich wollte schon immer einmal wissen, wie weit mich dieses rote Wunder auf vier Rädern noch bringt. Ich wollte schon immer einmal ans Mittelmeer, nach Frankreich. Mein Auto und ich. Das Leben liegt vor mir, der Tod hinter mir. Als ich meinen Schlüssel ins Zündschloss stecke und ihn umdrehe, spüre ich, wie mir die Steine reihenweise vom Herz fallen. Je weiter ich mich von meinem alten Leben entferne, umso mehr spüre ich, wie neues Leben in mir erwacht, wie eine kleine Knospe erblüht und nach Leben schreit, um wachsen zu können. Nach Liebe, Sehnsucht, Träumen, wahr gewordenen und welche, die noch darauf warten, wahr zu werden, nach Wein, dem Meer und der Sonne.
Ich habe mich von allen verabschiedet, versprochen zu schreiben, anzurufen.
Wie lange wird es dauern, bis man mich vergisst, die Briefe versiegen, die Telefonate ausbleiben?
So ist das Leben nun einmal. Man lebt sein Leben weiter, man schaut voraus, nicht zurück, man denkt nicht an die Verlorengegangenen, die die gegangen sind. Man bleibt zurück und geht doch voran…

Mein Weg führt mich zur Sonne und zum Meer. Und wie ich so aufs Wasser hinausschaue, denke ich an die, die ich zurückgelassen habe, meine Freunde, die Familie, meine Kollegen, meine Nachbarn. Ich weiß, dass sie mich vermissen werden. Aber das ist ihr Schmerz und nicht meiner. Ich gehe meinen Weg und folge meinen Träumen. Zu lange habe ich für sie gelebt und bin dabei einen kleinen Tod gestorben. Aber jetzt, hier, schaue ich aufs Meer und fühle mich frei, am Leben. Die Knospe in mir erblüht mit jedem weiteren Kilometer, den ich auf meinem Weg zurücklege. Und mit ihr erblühe ich. Ich öffne meine Arme, ich schreie, ich lache, ich weine, ich werde von neuem geboren und heiße mein Leben willkommen…

Veröffentlicht in: on at 11:06 Kommentar schreiben
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Geschichten, die das Leben schreibt…

Es gibt Dinge, die passieren anderen und es gibt Dinge, die passieren vorzugsweise mir.

Wie auch heute geschehen. Ich habe euch ja schon von meinem kleinen roten Schnuckel erzählt, das gerne mal seinen eigenen Kopf durchsetzt und mir immer wieder gerne dabei behilflich ist, ein paar Gehirnzellen zu verlieren, Falten zu bekommen und ein wenig mehr Bewegung zu erlangen. Um der roten Kugel allerdings mal wieder zu verstehen zu geben, dass es ja auch nur ein Auto ist, kam es vor kurzem in die Werkstatt, um mehrere kleine Macken zu beseitigen, wie unter anderem einen Reifen, der mit der Zeit gerne mal das ein oder andere Bar Luft verlor.

Ich hatte natürlich höchstes Vertrauen in die deutsche Wertarbeit und so fuhr ich dann nach dem Aufenthalt in der Werkstatt lustig meine Kilometer ab. Und freute mich, mal wieder Herr über mein Auto geworden zu sein und der übermächtigen Rasse Mensch anzugehören.

Bis ich dann heute mal wieder eines besseren belehrt wurde.

Auf meinem Weg von der Arbeit zurück nach Hamburg und zur Uni bemerkte ich schon, dass mein Auto in eine gewisse Richtung lenkte und ich stark gegenlenken musste. Im Laufe der Strecke war es mir dann ein fragliches, warum mein Lenkrad so schwer zu bedienen war. Vor allem beim Einparken (vorwärts) hatte ich einige Probleme, denn ich kam kaum um die Ecke. Da mir der Werkstattaufenthalt noch im Gedächtnis war, schaute ich um die Ecke und bemerkte sogleich den Grund meiner Schwierigkeiten. Ich hatte einen Platten. Und genau an dem Reifen, der vor kurzem einer Schönheitskur unterzogen wurde. Ich machte mir erst einmal keine Gedanken weiter, denn es galt dem Wort meines Dozenten zu lauschen, der uns nicht nur auf die nächste Prüfung, sondern auch auf das Leben vorbereiten wollte.

Als ich dann quälende Momente voller Kaugummi hinter mir hatte, ging ich zurück zum Auto, in der Hoffnung, es doch noch bis zur nächsten Tankstelle zu schaffen, um den Reifen wieder aufzupumpen, und es eventuell noch bis nach Hause zu schaffen. Nur sah das ganz schlecht aus, denn die Felge hatte bereits Freundschaft mit dem Hamburger Betonboden geschlossen.

Da ich ja nun kein Kind von Traurigkeit bin, war die nächste Aktion bereits beschlossen, Reifenwechsel. Ich habe hinten immer einen Ersatzreifen drin, der aus meinem Bestand der Sommer- oder Winterreifen kommt. Allerdings bin ich auch nur eine schwache junge Dame und bediente mich der Hilfe, eines jungen starken Passanten, um die Muttern der Reifen lose zu machen. Der willigte wiederwillig ein. Nicht aber ohne mich zu fragen, ob ich nicht Mitglied beim Autoclub bin, der mit AD anfängt und AC aufhört. Nun bin ich ein Nutzniesser einer Servicemitgliedschafts eines Pannenhelfers (nicht des ADACs), aber um einen blöden Reifen zu wechseln, muss ich doch wahrlich nicht die Dienstleistung eines solchen in Anspruch nehmen, oder? Es ist doch nur ein Reifen. Bis der vor Ort ist, habe ich doch den Reifen schon dreimal gewechselt. Zumal ich natürlich Handynummer und Co gerade nicht (!) zur Hand hatte. Also half mir der junge Mann bein Lösen der Muttern und ging seiner Wege. Den Rest konnte ich auch gut alleine erledigen.

Kaum war der Helfer ausser Sichtweite kam eine Freundin vorbei, der ich vorher noch von meinen Sorgen bezüglich des Reifens erzählt hatte. Da es ja im Winter schon gegen fünf dunkel ist, spendete sie mir mit ihrem Auto etwas Licht. Ich schraubte die restlichen Schrauben ab und wechselte den Reifen. Dank dem Licht war dies auch nicht wirklich ein Problem und ich konnte leicht die Löcher für die Muttern finden. Die Freundin stand daneben und unterhielt mich derweil ein wenig. Ob sie tanzte oder sich beschwingt gegen das Auto lehnte, konnte ich dabei leider nicht erkennen, denn meine volle Aufmerksamkeit galt der Sache. Als die Schrauben wieder dran waren, haben wir den nächsten Passanten um Hilfe gebeten, die Schrauben noch einmal ordentlich fest zu ziehen. Das Problem hatte ich ja vorhin schon einmal kurz angerissen. Der hatte allerdings gerade einen Bandscheibenvorfall hinter sich und konnte nicht behilflich sein. Aber er hatte noch ein paar gute Ratschläge parat.

Nachdem dann der Sommerreifen mein Auto zierte, ging es zurück auf die winterlichen Strassen von Hamburg. Nach Hause habe ich es noch gut geschafft. Morgen werde ich meiner Werkstatt dann wohl noch einmal einen Besuch abstatten müssen.

Wenn ihr morgen also jemanden im Metronom sitzen seht, den ihr schon eine Weile nicht mehr gesehen habt und der ein wenig verzweifelt aussieht, dann habt ihr gute Chancen, dass ich das bin…

Jana